Blausprengelte Grünlinge
Blausprengelte Grünlinge
Die genießbare Pilzart Blausprengelter Grünling (fachsprachlich: Hyazinthimycetes berserkii) wird umgangssprachlich oft als „Berserkerpilz“ bezeichnet. Er kann innerhalb des ganzen Wehselandes angetroffen werden und ist leicht zu identifizieren. Oberirdische Fruchtkörper verfügen über einen ausgeprägten Fortsatz am Hut. Die Art gliedert sich in zwei Unterarten auf: Die langstieligen und ungestielten Blausprengelten Grünlinge.
Merkmale
Der Blausprengelte Grünling bildet am grün gefärbten Hut nebst charakteristischen mitternachtsblauen Sprenkeln ebenfalls eine wurmartige Ausstülpung aus, an der es ggf. zur Invagination von Hutgewebe kommen kann. Die Hutunterseite ist lamelliert wobei der Stiel, falls vorhanden, mittig mit der Hutunterseite verschmilzt. Stiel und Hutunterseite sind gelb gefärbt.
Fortpflanzung
Das im Boden befindliche Pilzmyzel bildet im Frühjahr Fruchtkörper aus, welche die oberirdischen Geschlechtsorgane des Pilzes sind. Diese bilden in ihrem Hut die Sporen aus, deren Einatmen unbedingt vermieden werden sollte. Sporen, die, vom Wind verteilt, auf geeignetem Waldboden landen, treiben zunächst Myzel aus und werden im nächsten Frühjahr ebenfalls Fruchtkörper ausbilden. Eine alternative Variante zur Vermehrung besteht in der Myzeltransplantation. Hierfür muss ein mannskopfgroßes Stück Myzelboden entnommen werden und an geeigneter Stelle wieder eingepflanzt werden. Bei erfolgreicher Verpflanzung kommt es auch hier zur Ausbildung von Fruchtkörpern im nächsten oder übernächsten Frühjahr.
Verbreitung
Bevorzugte Wuchsorte befinden sich an schattig kühlen Stellen in Laub-, Misch- und Nadelwäldern. Zeitweise sind die Fruchtkörper unter Laubschichten aus den Vorjahren versteckt. Gerade die ungestielte Unterart kann so oft unentdeckt wachsen.
Toxikologische Eigenschaften
Das Einatmen von Sporen führt zu Charakterveränderungen bei Betroffenen. Die Berichte variieren und reichen von der Beschreibung einer milden Verärgerung bis hin zu rauschartigen Zuständen mit Gewaltexzessen. Der Mechanismus und die effektive Dosis hinter den Sporen ist noch ungeklärt.