Wehseländisches Pantheon

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Als Pantheon wird die Gesamtheit aller Götter und Göttinnen und sonstigen Gottheiten des Wehselands bezeichnet. Es umfasst 351 Gottheiten und 3 Ursprüngliche. Das Haus der Götter in Parlamon beherrbergt Darstellungen aller Gottheiten und Ursprünglichen.

Aufbau

Das Pantheon des Wehselands geht zurück auf die Ursprünglichen, die mit der Zeugung der Altvorderen die ersten Götter und Göttinnen in die Welt gebracht haben. Diese haben einerseits den Schöpfungsprozess beeinflusst, waren andererseits aber auch an der Schöpfung der nächsten göttlichen Riege beteiligt. Auf ihre Verbindungen mit den Ursprünglichen gehen die Oberen zurück. Aus den Beziehungen von Altvorderen mit anderen Altvorderen sind die Vorderen entstanden. Die Nachkommen der Ursprünglichen und Oberen sind die Unteren. Aus den Bindungen zweier Vorderer sind die Hinteren entstanden.

Ursprüngliche

Die Ursprünglichen sind älter als alles, auch älter als die Götter. Alles entsprang aus den Ursprünglichen. Die drei Ursprünglichen vertreten Sonne, Mond und Erde. Einige Kleriker teilen die Auffassung, dass sich diese drei als die Elemente Feuer, Wasser und Erde auch in jeder Materie vorhanden seien. Andere beharren auf die weitere Existenz von Luft.

Altvordere

Die Altvorderen sind die direkten Abkömmlinge der Ursprünglichen. Mit ihnen sehr grundlegende materielle Bestandteile und Konzepte in die Welt: Luft, Wasser, Tier- und Pflanzenreich und Schönheit, Tod, Auseinandersetzung, Täuschung und Furcht. Sie erhalten eine besondere Achtung unter den Göttern und Göttinnen.

Obere

Die Oberen sind als Kinder der Ursprünglichen und Altvorderen von großer Bedeutung. Sie verkörpern untergeordnete materielle Aspekte wie das Meer oder Schnee und Eis, aber auch abstrakte Konzepte wie den Schlaf oder das Handwerk.

Untere

Die Unteren sind aus den Ursprünglichen und Oberen hervorgegangen. Sie bringen noch stärker untergeordnete Aspekte in die Welt, beispielsweise den Bergbau.

Vordere

Die Vorderen sind aus den Verbindungen der Altvorderen untereinander entstanden. Es handelt sich bei ihnen einerseits um die Verkörperung konkreter zivilisatorischer Errungenschaften wie die schöne Künste, die Jagd, den Krieg, den Handel, die Gemeinschaft, den Kampf, die Steinmetzkunst, Attentate, Viehzucht und Ackerbau. Andererseits verkörpern Vordere auch abstrakte Konzepte wie Leben, Untod, Unleben, Schicksal sowie die wiederum sehr konkreten Mischwesen.

Hintere

Die Hinteren sind als Nachkommen zweier Vorderer Verkörpreungen sehr spezialisierter Beschäftigungen, beispielsweise der Landwirtschaft und des Söldnertums.

Glaubenspraxis

Das wehseländische Pantheon wird auf vielfältige Art und Weise von verschiedenen Kulten verehrt. Diese stehen in keinerlei Konkurrenz zueinander, sondern bestärken sich gegenseitig. Die wehseländischen Götter und Göttinnen stehen zwar untereinander in verwandtschaftlichen Beziehungen, aber sowohl die Vorstellung von ihnen als auch die genauen Zusammenhänge können regional sehr unterschiedlich wahrgenommen werden.

Klerus

Die Rolle des wehseländischen Klerus besteht nicht darin, eine Kanonisierung von Glaubensvorstellungen vorzunehmen. Es gibt zwar Schriften, die das Wissen über die Gottheiten und Ursprünglichen zusammenzutragen, aber deren Widersprüche und Dissense werden hingenommen. Mit welcher Autorität könnte die eine Herkunftsgeschichte gegen die andere behauptet werden.

Kleriker und Klerikerinnen begleiten und beraten viele Adlige. Einige Herzogtümer haben sich sogar bestimmten Gottheiten verpflichtet. Zwar kommt diesen klerikalen Personenen besondere Aufmerksamkeit zu, aber sie nehmen keine Rolle der Autorität ein.

Things und Klöster

Viele der verschiedenen lokalen Kulte sind in gewissen Maß um Austausch bemüht. Selbst die Mysterienkulte, die ihre Glaubenspraktiken geheim halten, suchen die Vernetzung zu anderen Priestern und Priesterinnen. In unregelmäßigen Abständen finden daher klerikale Things statt, in denen sich über die Kulte, über Glaubensinhalte und mehr ausgetauscht wird. Entscheidungen trifft der wehseländische Klerus meist ohnehin nicht, aber wenn überhaupt auf einem konsensualen Weg.

Zudem sind nach der großen Wanderung Klöster populär geworden, in denen sich klerikale Personen gesellschaftlich weitestgehend isolieren und in einer Niederlassung mit ihren Glaubensgeschwistern zusammenleben. Sie vertiefen sich in die Überlieferungen, fertigen Abschriften an und dienen dem wehseländischen Adel als Knotenpunkte der schriftlichen Kommunikation und Weitergabe von Wissen und Bildung. Außerdem stellen sie oftmals Anlaufpunkte für amtierende Priester und Priesterinnen dar, die Fragen zur Anbetung ihrer Gottheiten haben.

Als eines der bekanntesten Klöster kann mit Sicherheit das Kloster der drei Ursprünglichen zur Erforschung und Mehrung allen Wissens gelten, das nicht dem Klerus zuzuordnen ist, da es sich bei den Ursprünglichen nicht um Gottheiten handelt. Dennoch wird hier wie in den anderen Klöstern die Erforschung, Konservierung und Weitergabe von Wissen und Erkenntnis praktiziert.

Ein nicht unwesentlicher Grund für die Förderung der religiösen Infrastruktur stellt die Erforschung der Magie dar, die manche in enge Verbindung zur Rolle der Gottheiten und der Schöpfung stellen. Die Klöster leisten zu diesen Forschungsgebieten deutliche Beiträge, stehen allerdings auch in Konkurrenz zur Universität zu Parlamon. Trotz dieser grundsätzlichen Rivalität sind beide Institutionen bemüht, sich gegenseitig mit Respekt zu behandeln und dem Wohlergehen des Königreichs nicht im Wege zu stehen.