Haus der Götter: Unterschied zwischen den Versionen
(Die Seite wurde neu angelegt: „Ein beeindruckender doppelstöckiger Rundbau aus poliertem, gelblich-beigem Stein. Im inneren befinden sich insgesamt 342 in die Wand eingelassene Nischen, in denen Schreine für alle wehseländischen Götter aufgebaut sind. Auf jeder Etage sind drei Reihen übereinander mit jeweils 57 Nischen. Die Altvorderen sind auf neun Altaren dargestellt, die sich auf dem halben Radius befinden. Die drei Ursprünglichen sind durch ein Boden-Mosaik (Jord), eine Decke…“) |
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Das Haus der Götter ist der älteste Sakralbau des Wehselands. Sein Bau begann kurz nach der Gründung des Königreichs und es entwickelte sich seither zum religiösen Zentrum des [[Wehseländischer Klerus|wehseländischen Klerus]]. | |||
== Geschichte == | |||
Die Idee eines Tempels, der allen Gottheiten gewidmet sein soll, ist eine alte Idee. Bereits in der [[Die alte Heimat|alten Heimat]] gab es ein solches Monument, welches ein Überrest aus noch viel älteren Zeiten war. Beim Haus der Götter jedoch entschied der wehseländische Klerus im Einklang mit dem Volk aktiv, welche Götter Einzug erhalten würden und welche nicht. Sei es, weil sie mit dem Exodus aus dem Westen abgelegt worden waren oder weil sie ihre Nichtzuständigkeit für das wehseländische Volk erklärt hatten. | |||
Die Vorbereitungen und Konzile über die genaue Konstellation des [[Wehseländisches Pantheon|Pantheons]] dauerten nach der Gründung Parlamons etwa ein halbes Jahr. Im Zuge der Beratung waren alle Hierarchen und Hierarchinnen, Hohepriester und -priesterinnen, führende Schriftgelehrte, Stiftvorsteher und -vorsteherinnen und alle weiteren religiösen Autoritäten des Landes geladen worden. Auch das [[Kloster der drei Ursprünglichen zur Erforschung und Mehrung allen Wissens|Kloster der drei Ursprünglichen]] entsandte seine zu diesem Zeitpunkt amtierende Vorsteherin [[Linda Birkenkranz]], um die Verehrung der Ursprünglichen zu erwirken. Sie erhielt keine Stimme auf dem Konzil, da nur die Kleriker und Klerikerinnen als Gäste geladen waren, jedoch wurde ihr Rat einbezogen in die Überlegungen und die drei [[:Category:Die Ursprünglichen|Ursprünglichen]] erhielten Einzug ins Haus der Götter. | |||
Neben den religiösen Überlegungen war die Finanzierung des Hauses der Götter beim Konzil diskutiert worden. Es wurden alle Adligen und reichen Kaufleute aufgerufen, ein Zehntel ihrer mitgebrachten Reichtümer zu spenden, um aus dem eingeschmolzenen Gold und Silber und den Edelsteinen die Schreine der Gottheiten fertigen zu können. Zudem wurde um die Bereitstellung von Material wie Handwerksleuten gebeten, wovon die Herzogtümer [[Herzogtum Silberstein|Silberstein]], [[Herzogtum Aldenburg|Aldenburg]], [[Herzogtum Blômetal|Blômetal]] und [[Herzogtum Klingenfurth|Klingenfurth]] nur mäßig begeistert waren, standen sie doch selbst vor der Aufgabe, ihre neuen Gebiete zu besiedeln. Dennoch kamen immer wieder Gesandtschaften, um den Bau zu unterstützen. | |||
Nicht zuletzt aufgrund der Mängel an Personal und Rohstoffen sollten über 50 Jahre vergehen, bevor das Haus der Götter fertigstellt wurde. Die Einweihung des Heiligtums erfolgte bereits unter Heilgard der Jüngeren, die den Kuppelbau samt Innenausstattung fertigstellte. Doch erst Reimar, der Enkel der ursprünglichen Bauherrin, konnte die letzten Räumlichkeiten im Unterbau fertigstellen. | |||
== Architektur == | |||
[[Datei:Baustelle Haus der Götter.png|400px|thumb|left|Bauarbeiten am Haus der Götter]] | |||
Die architektonischen Ursprünge dieser baulichen Meisterleistung liegen im Stil der alten Heimat im Westen. Bereits während dem [[Zug der Fürsten|Marsch nach Osten]] haben die Baumeister und -meisterinnen des künftigen Wehselands eifrig überlegt, auf welche Weise den Göttern und Göttinnen angemessen gehuldigt werden sollte. Dabei haben sie unter Mithilfe des Klerus die wichtigsten Götter und Göttinnen konsultiert: [[Hamrad]], Gott des Handwerks, [[Hami]], Gott der Steinmetzkunst, [[Alydia]], Göttin der schönen Künste, [[Ishtus]], Gott der Auseinandersetzung und [[Fegura]], die Göttin der Schönheit. | |||
Sie orientierten sich am so genannten [[alter Stil|alten Stil]] aus der Heimat, der nur noch in Form jahrhunderte alter Ruinen existierte. Dessen Säulen und Arkaden kombinierten sie mit in den Himmel gerichteten Stützsäulen, um die Verehrung [[Sirya|Siryas]] und des [[Turhus]] zu betonen, die ja Tag und Nacht am Himmelsgewölbe standen. | |||
Herz des Tempels ist ein beeindruckender doppelstöckiger Rundbau aus poliertem, gelblich-beigem Stein. Auf ihm ruht die größte Kuppel, die dem Wehseland bekannt ist. Die abschließenden Einfälle, wie die Kuppel zu fertigen sei, kamen Heilgard der Jüngeren im Zusammenspiel mit Hamrad und Hami. | |||
[[Datei:Nischen_Haus_der_Götter.png|250px|thumb|right|Konstruktionspläne Heilgards der Jüngeren für die Nischen im Hauptraum]] | |||
Im inneren befinden sich insgesamt 342 in die Wand eingelassene Nischen, in denen Schreine für alle wehseländischen Götter und Göttinnen aufgebaut sind. Auf jeder Etage sind drei Reihen übereinander mit jeweils 57 Nischen. Die [[:Category:Die Altvorderen|Altvorderen]] sind auf neun Altären dargestellt, die sich auf dem halben Radius befinden. Die drei Ursprünglichen sind ebenfalls dargestellt: Ein Bodenmosaik stellt [[Jord|Jords]] Verbindung zum Erdreich dar, eine gläserne Skulptur hält den Nachhimmel und Mond und damit [[Turhus]] fest und eine Deckenmalerei deutet mit einer Darstellung des Himmels bei Tag und der Sonne [[Sirya|Siryas]] Präsenz an. | |||
Die Ausgestaltung der jeweiligen Nischen haben die Bauherren und -damen mit dem jeweiligen Klerus absprechen müssen. Es stellte eine große Herausforderung dar, Steinmetze und -metzinnen zu finden, die auf Anweisung der [[Priester|Priester und Priesterinnen]] des [[Shmuul]] einen Altar fertigen würden in Form eines menschlichen Gesäßes. Diese und ähnliche Komplikationen verzögerten den Bau des Tempels zusätzlich. | |||
Um den Kuppelbau zu betreten, müssen Gläubige das Erdgeschoss des Hauses durchschreiten. Dieser ist im sechseckigen Grundgebäude untergebracht, auf dem das Herz des Tempels ruht. Neben den administrativen Räumlichkeiten, Lagern und Werkstätten sind hier Kammern für das stille Gebet, für Opferrituale, für Festessen und für das Studium der Schriften untergebracht. | |||
=== Magische Elemente === | |||
Der erfolgreiche und friedliche Erstkontakt mit [[Elben|Elben und Alben]] aus dem Süden des Wehselandes im Jahre 2 vGW führte dazu, dass diese mit regem Interesse den Bau des Hauses der Götter verfolgten. Ihre Beobachter und Beobachterinnen waren vor allem von der Kunstfertigkeit begeistert, mit der das Deckenfresko an der Kuppel zu Ehren Siryas und das Bodenmosaik zu Ehren Jords gefertigt wurde. Nicht alle von ihnen teilten den Glauben an das wehseländische Pantheon, doch die Verehrung von Sonne, Mond und Erdboden war fast allen ein Anliegen. | |||
Während sie bei der Anfertigung von Mosaik und Deckenfesko ledigliche Beobachter waren, boten sie als eine Geste des Respekts gegenüber dem noch jungen Königreich an, sich an der gläsernen Skulptur zu Ehren des Turhus zu beteiligen. Heilgard die Ältere war sich unsicher über diesen Vorschlag, übergab jedoch die Entscheidung ihrer Tochter, die den Bau bald weiter würde baufsichtigen müssen. Diese ließ die Elben und Alben gewähren, welche einen magischen Quell freilegten, der sich unter dem Gebäude befand. Der Klerus schrieb diese Entwicklung der Schicksalsgöttin [[Kuma]] zu, wohingegen die elbisch-albische Delegation es lediglich als großes Glück betrachtete. | |||
Im Anschluss an die Freilegung einer dauerhaften magischen Quelle konnten elbische Künstler und Künstlerinnen ihre intuitive [[Magie]] miteinfließen lassen. Einerseits konnten sie dem Glas sehr viel künstlerische Formen geben als die menschlichen und zwergischen Glasbläser und -bläserinnen es jemals gekonnt hätten, aber durch ihr Zutun wohnte den Sternen ein dauerhafter eigener Glanz inne. Sie sorgen ebenfalls dafür, dass sich die Glasformation im Laufe des Tages und der Nacht bewegte. Tagsüber wichen die gläsernen Sterne, Wolken und der silberne Mond an die Wände über den Nischen, wo sie deutlich in den Hintergrund traten und kaum zu erkennen waren. Am Abend jedoch schob sich der Mond vor die Blattgoldsonne des Deckenfreskos und Mond wie Sterne beschienen den Innenraum mit einem fahlen Licht. Dieser Effekt wird den Elben und Alben zufolge solange durch den magischen Quell gespeist werden, bis sich daran jemand mit magischen Fähigkeiten zu schaffen macht. | |||
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Jords_Mosaik.png|Ausschnitt des Bodenmosaiks | |||
Siryas_Deckenfresco.png|Teil des Deckenfreskos | |||
Turhus_Sterne.png|Das magische Glasspiel verdeckt das Fresko | |||
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Die Elben und Alben lieferten noch kleine Zugabe zur Fertigstellung des Gebäudes. Auf magische Weise werden die Geräusche aus der Haupthalle des Tempels nach außen getragen, sodass sie auf dem Vorplatz und um das Haus der Götter herum gut hörbar sind. Magische Barrieren verhindern gleichzeitig, dass die angrenzenden Gebäude den Geräuschen ausgesetzt sind. | |||
== Religiöse Bedeutung == | |||
Vor allen anderen Tempeln, Schreinen, Hainen, Kapellen und Klostern gilt das Haus der Götter als wichtigstes religiöses Zentrum im Wehseland. Der Klerus empfiehlt allen Gläubigen, den Tempel Zeit ihres Lebens einmal zu besuchen. Dies richtet sich aus praktischen Gründen vor allem an die Adligen, Kleriker und Klerikerinnen sowie die Bevölkerung Parlamons. Niemand würde dies von der bäuerlichen Bevölkerung zwingend erwarten. | |||
Mit dem Besuch des Heiligtums wird erwartet, dass Leute eine standesgemäße Spende entrichten, um den Erhalt des Tempels zu gewährleisten. Außerdem erhält das Haus der Götter ein Hundertstel der Spenden und sonstigen Einnahmen aller Kloster, Stifte, Tempel, Schreine, Haine, Kapellen und ähnlichr Orte. Mit den daraus generierten Mitteln betreibt der Klerus des Wehselandes seine Studien, fördert die [[Universität zu Parlamon]] und das Kloster der drei Ursprünglichen oder übt sich in Wohltätigkeit. Auch die Ausrichtung religiöser Festlichkeiten in der Hauptstadt werden mit diesen Geldmitteln finanziert. | |||
Das Haus der Götter ist auch eine soziale Einrichtung. Während von Reichen Spenden erwartet werden, ist der Aufenthalt den ärmsten der Armen kostenfrei gestattet. Es gibt Ruheräume, kostenfreie Mahlzeiten und ärztliche Verpflegung in vielen Räumen. Weil der Bedarf groß und das Angebot klein ist, gibt es ein ausgeklügeltes System um Missbrauch zu verhindern. Wer Leistungen im Haus der Götter bezieht, bekommt ein für einige Tage abwaschfestes Zeichen auf ein Körperteil unter der Kleidung gemalt. Die Zeichen wechseln täglich. | |||
=== Religiöse Praxis === | |||
Im Haus der Götter existieren zahlreiche Gleitleitern, die auf den drei Ebenen montiert sind, um Gläubigen wie Priestern und Priesterinnen Zugang zu den Nischen zu erlauben. Um Rauch- und Brandopfer zu ermöglichen, sind bei der Konstruktion der Kuppel zahlreiche Abluftlöcher eingebaut worden, durch die der Rauch entweichen kann. Größere Opfer müssen dennoch auf dem Vorplatz des Tempels dargebracht werden, auf dem sich mehrere Altäre befinden, die nicht einzelnen Gottheiten gewidmet sind. | |||
Zudem befindet sich sehr viel Platz im Hauptraum unter der Kuppel, in dem liturgische Gesänge und Gebete vollzogen werden. Hier geben die gerade amtierenden Hymnodios aus dem [[Tempelkapitel]] eine liturgisch wohlüberlegte Abfolge von Gesängen und Gebeten vor. Es sind immer genug Gläubige und Chorsänger und -sängerinnen aus dem Kapitel anwesend, um tagsüber wie nachts einen kontinuierlichen Gesang zu bewahren. Durch das magische Geschenk der Elben und Alben sind diese Gesänge um das Gebäude herum kontinuierlich hörbar. | |||
An besonderen Festtagen werden innerhalb der Haupthalle des Tempels auch religiöse Schauspiele aufgeführt, Festessen veranstaltet (zusätzlich zu den unteren Hallen, die dafür auch vorgesehen sind) und auch Wettkämpfe finden hier zu manchen Tagen statt. Aufgrund des großen Durchmessers der Halle ist diese Mehrfachverwendung möglich. | |||
[[Category:Orte]] | |||
Aktuelle Version vom 21. August 2024, 19:54 Uhr
| Ort | Parlamon |
| Land | Wehseland |
GESCHICHTE
| |
| Widmung | Den Ursprünglichen und allen Gottheiten |
| Bauzeit | 1 nGW bis 65 nGW |
| Bauherr oder Bauherrin | Heilgard die Ältere (1-35 nGW), Heilgard die Jüngere (35-59 nGW), Reimar von Oswichen (59-65 nGW) |
BAULICHE MERKMALE
| |
| Länge | 82 |
| Breite | 78 |
| Höhe | 56 |
| Durchmesser der Kuppel | 40m |
| Anzahl der Türme | 5 |
VERWALTUNG
| |
| Hierarchin | Adalwif von Moule |
| Didaktus | Ebroin der Halbling |
| Custodia | Rainilda von der Wacht |
Das Haus der Götter ist der älteste Sakralbau des Wehselands. Sein Bau begann kurz nach der Gründung des Königreichs und es entwickelte sich seither zum religiösen Zentrum des wehseländischen Klerus.
Geschichte
Die Idee eines Tempels, der allen Gottheiten gewidmet sein soll, ist eine alte Idee. Bereits in der alten Heimat gab es ein solches Monument, welches ein Überrest aus noch viel älteren Zeiten war. Beim Haus der Götter jedoch entschied der wehseländische Klerus im Einklang mit dem Volk aktiv, welche Götter Einzug erhalten würden und welche nicht. Sei es, weil sie mit dem Exodus aus dem Westen abgelegt worden waren oder weil sie ihre Nichtzuständigkeit für das wehseländische Volk erklärt hatten.
Die Vorbereitungen und Konzile über die genaue Konstellation des Pantheons dauerten nach der Gründung Parlamons etwa ein halbes Jahr. Im Zuge der Beratung waren alle Hierarchen und Hierarchinnen, Hohepriester und -priesterinnen, führende Schriftgelehrte, Stiftvorsteher und -vorsteherinnen und alle weiteren religiösen Autoritäten des Landes geladen worden. Auch das Kloster der drei Ursprünglichen entsandte seine zu diesem Zeitpunkt amtierende Vorsteherin Linda Birkenkranz, um die Verehrung der Ursprünglichen zu erwirken. Sie erhielt keine Stimme auf dem Konzil, da nur die Kleriker und Klerikerinnen als Gäste geladen waren, jedoch wurde ihr Rat einbezogen in die Überlegungen und die drei Ursprünglichen erhielten Einzug ins Haus der Götter.
Neben den religiösen Überlegungen war die Finanzierung des Hauses der Götter beim Konzil diskutiert worden. Es wurden alle Adligen und reichen Kaufleute aufgerufen, ein Zehntel ihrer mitgebrachten Reichtümer zu spenden, um aus dem eingeschmolzenen Gold und Silber und den Edelsteinen die Schreine der Gottheiten fertigen zu können. Zudem wurde um die Bereitstellung von Material wie Handwerksleuten gebeten, wovon die Herzogtümer Silberstein, Aldenburg, Blômetal und Klingenfurth nur mäßig begeistert waren, standen sie doch selbst vor der Aufgabe, ihre neuen Gebiete zu besiedeln. Dennoch kamen immer wieder Gesandtschaften, um den Bau zu unterstützen.
Nicht zuletzt aufgrund der Mängel an Personal und Rohstoffen sollten über 50 Jahre vergehen, bevor das Haus der Götter fertigstellt wurde. Die Einweihung des Heiligtums erfolgte bereits unter Heilgard der Jüngeren, die den Kuppelbau samt Innenausstattung fertigstellte. Doch erst Reimar, der Enkel der ursprünglichen Bauherrin, konnte die letzten Räumlichkeiten im Unterbau fertigstellen.
Architektur
Die architektonischen Ursprünge dieser baulichen Meisterleistung liegen im Stil der alten Heimat im Westen. Bereits während dem Marsch nach Osten haben die Baumeister und -meisterinnen des künftigen Wehselands eifrig überlegt, auf welche Weise den Göttern und Göttinnen angemessen gehuldigt werden sollte. Dabei haben sie unter Mithilfe des Klerus die wichtigsten Götter und Göttinnen konsultiert: Hamrad, Gott des Handwerks, Hami, Gott der Steinmetzkunst, Alydia, Göttin der schönen Künste, Ishtus, Gott der Auseinandersetzung und Fegura, die Göttin der Schönheit.
Sie orientierten sich am so genannten alten Stil aus der Heimat, der nur noch in Form jahrhunderte alter Ruinen existierte. Dessen Säulen und Arkaden kombinierten sie mit in den Himmel gerichteten Stützsäulen, um die Verehrung Siryas und des Turhus zu betonen, die ja Tag und Nacht am Himmelsgewölbe standen.
Herz des Tempels ist ein beeindruckender doppelstöckiger Rundbau aus poliertem, gelblich-beigem Stein. Auf ihm ruht die größte Kuppel, die dem Wehseland bekannt ist. Die abschließenden Einfälle, wie die Kuppel zu fertigen sei, kamen Heilgard der Jüngeren im Zusammenspiel mit Hamrad und Hami.
Im inneren befinden sich insgesamt 342 in die Wand eingelassene Nischen, in denen Schreine für alle wehseländischen Götter und Göttinnen aufgebaut sind. Auf jeder Etage sind drei Reihen übereinander mit jeweils 57 Nischen. Die Altvorderen sind auf neun Altären dargestellt, die sich auf dem halben Radius befinden. Die drei Ursprünglichen sind ebenfalls dargestellt: Ein Bodenmosaik stellt Jords Verbindung zum Erdreich dar, eine gläserne Skulptur hält den Nachhimmel und Mond und damit Turhus fest und eine Deckenmalerei deutet mit einer Darstellung des Himmels bei Tag und der Sonne Siryas Präsenz an.
Die Ausgestaltung der jeweiligen Nischen haben die Bauherren und -damen mit dem jeweiligen Klerus absprechen müssen. Es stellte eine große Herausforderung dar, Steinmetze und -metzinnen zu finden, die auf Anweisung der Priester und Priesterinnen des Shmuul einen Altar fertigen würden in Form eines menschlichen Gesäßes. Diese und ähnliche Komplikationen verzögerten den Bau des Tempels zusätzlich.
Um den Kuppelbau zu betreten, müssen Gläubige das Erdgeschoss des Hauses durchschreiten. Dieser ist im sechseckigen Grundgebäude untergebracht, auf dem das Herz des Tempels ruht. Neben den administrativen Räumlichkeiten, Lagern und Werkstätten sind hier Kammern für das stille Gebet, für Opferrituale, für Festessen und für das Studium der Schriften untergebracht.
Magische Elemente
Der erfolgreiche und friedliche Erstkontakt mit Elben und Alben aus dem Süden des Wehselandes im Jahre 2 vGW führte dazu, dass diese mit regem Interesse den Bau des Hauses der Götter verfolgten. Ihre Beobachter und Beobachterinnen waren vor allem von der Kunstfertigkeit begeistert, mit der das Deckenfresko an der Kuppel zu Ehren Siryas und das Bodenmosaik zu Ehren Jords gefertigt wurde. Nicht alle von ihnen teilten den Glauben an das wehseländische Pantheon, doch die Verehrung von Sonne, Mond und Erdboden war fast allen ein Anliegen.
Während sie bei der Anfertigung von Mosaik und Deckenfesko ledigliche Beobachter waren, boten sie als eine Geste des Respekts gegenüber dem noch jungen Königreich an, sich an der gläsernen Skulptur zu Ehren des Turhus zu beteiligen. Heilgard die Ältere war sich unsicher über diesen Vorschlag, übergab jedoch die Entscheidung ihrer Tochter, die den Bau bald weiter würde baufsichtigen müssen. Diese ließ die Elben und Alben gewähren, welche einen magischen Quell freilegten, der sich unter dem Gebäude befand. Der Klerus schrieb diese Entwicklung der Schicksalsgöttin Kuma zu, wohingegen die elbisch-albische Delegation es lediglich als großes Glück betrachtete.
Im Anschluss an die Freilegung einer dauerhaften magischen Quelle konnten elbische Künstler und Künstlerinnen ihre intuitive Magie miteinfließen lassen. Einerseits konnten sie dem Glas sehr viel künstlerische Formen geben als die menschlichen und zwergischen Glasbläser und -bläserinnen es jemals gekonnt hätten, aber durch ihr Zutun wohnte den Sternen ein dauerhafter eigener Glanz inne. Sie sorgen ebenfalls dafür, dass sich die Glasformation im Laufe des Tages und der Nacht bewegte. Tagsüber wichen die gläsernen Sterne, Wolken und der silberne Mond an die Wände über den Nischen, wo sie deutlich in den Hintergrund traten und kaum zu erkennen waren. Am Abend jedoch schob sich der Mond vor die Blattgoldsonne des Deckenfreskos und Mond wie Sterne beschienen den Innenraum mit einem fahlen Licht. Dieser Effekt wird den Elben und Alben zufolge solange durch den magischen Quell gespeist werden, bis sich daran jemand mit magischen Fähigkeiten zu schaffen macht.
- Jords Mosaik.png
Ausschnitt des Bodenmosaiks
- Siryas Deckenfresco.png
Teil des Deckenfreskos
- Turhus Sterne.png
Das magische Glasspiel verdeckt das Fresko
Die Elben und Alben lieferten noch kleine Zugabe zur Fertigstellung des Gebäudes. Auf magische Weise werden die Geräusche aus der Haupthalle des Tempels nach außen getragen, sodass sie auf dem Vorplatz und um das Haus der Götter herum gut hörbar sind. Magische Barrieren verhindern gleichzeitig, dass die angrenzenden Gebäude den Geräuschen ausgesetzt sind.
Religiöse Bedeutung
Vor allen anderen Tempeln, Schreinen, Hainen, Kapellen und Klostern gilt das Haus der Götter als wichtigstes religiöses Zentrum im Wehseland. Der Klerus empfiehlt allen Gläubigen, den Tempel Zeit ihres Lebens einmal zu besuchen. Dies richtet sich aus praktischen Gründen vor allem an die Adligen, Kleriker und Klerikerinnen sowie die Bevölkerung Parlamons. Niemand würde dies von der bäuerlichen Bevölkerung zwingend erwarten.
Mit dem Besuch des Heiligtums wird erwartet, dass Leute eine standesgemäße Spende entrichten, um den Erhalt des Tempels zu gewährleisten. Außerdem erhält das Haus der Götter ein Hundertstel der Spenden und sonstigen Einnahmen aller Kloster, Stifte, Tempel, Schreine, Haine, Kapellen und ähnlichr Orte. Mit den daraus generierten Mitteln betreibt der Klerus des Wehselandes seine Studien, fördert die Universität zu Parlamon und das Kloster der drei Ursprünglichen oder übt sich in Wohltätigkeit. Auch die Ausrichtung religiöser Festlichkeiten in der Hauptstadt werden mit diesen Geldmitteln finanziert.
Das Haus der Götter ist auch eine soziale Einrichtung. Während von Reichen Spenden erwartet werden, ist der Aufenthalt den ärmsten der Armen kostenfrei gestattet. Es gibt Ruheräume, kostenfreie Mahlzeiten und ärztliche Verpflegung in vielen Räumen. Weil der Bedarf groß und das Angebot klein ist, gibt es ein ausgeklügeltes System um Missbrauch zu verhindern. Wer Leistungen im Haus der Götter bezieht, bekommt ein für einige Tage abwaschfestes Zeichen auf ein Körperteil unter der Kleidung gemalt. Die Zeichen wechseln täglich.
Religiöse Praxis
Im Haus der Götter existieren zahlreiche Gleitleitern, die auf den drei Ebenen montiert sind, um Gläubigen wie Priestern und Priesterinnen Zugang zu den Nischen zu erlauben. Um Rauch- und Brandopfer zu ermöglichen, sind bei der Konstruktion der Kuppel zahlreiche Abluftlöcher eingebaut worden, durch die der Rauch entweichen kann. Größere Opfer müssen dennoch auf dem Vorplatz des Tempels dargebracht werden, auf dem sich mehrere Altäre befinden, die nicht einzelnen Gottheiten gewidmet sind.
Zudem befindet sich sehr viel Platz im Hauptraum unter der Kuppel, in dem liturgische Gesänge und Gebete vollzogen werden. Hier geben die gerade amtierenden Hymnodios aus dem Tempelkapitel eine liturgisch wohlüberlegte Abfolge von Gesängen und Gebeten vor. Es sind immer genug Gläubige und Chorsänger und -sängerinnen aus dem Kapitel anwesend, um tagsüber wie nachts einen kontinuierlichen Gesang zu bewahren. Durch das magische Geschenk der Elben und Alben sind diese Gesänge um das Gebäude herum kontinuierlich hörbar.
An besonderen Festtagen werden innerhalb der Haupthalle des Tempels auch religiöse Schauspiele aufgeführt, Festessen veranstaltet (zusätzlich zu den unteren Hallen, die dafür auch vorgesehen sind) und auch Wettkämpfe finden hier zu manchen Tagen statt. Aufgrund des großen Durchmessers der Halle ist diese Mehrfachverwendung möglich.