Wechselgestalt: Unterschied zwischen den Versionen
| Zeile 11: | Zeile 11: | ||
Tatsächlich stammt der Begriff Wechselgestalt aus den Gebieten der alten Heimat, in denen die Verfolgung sehr akkut war. Es waren die Fürsten und Fürstinnen jener Gebiete, die gesetzlich den Status der Wechselgestalt verboten. In den gerichtlichen Unterlagen, die in noch älteren Sprachen abgefasst wurden, wurde dann der Begriff transgeneris verwendet. Diese Begriffe wurden genau wie viele andere von den Betroffen zurückangeeignet, in dem sie ihn zur Selbstbezeichnung machten. | Tatsächlich stammt der Begriff Wechselgestalt aus den Gebieten der alten Heimat, in denen die Verfolgung sehr akkut war. Es waren die Fürsten und Fürstinnen jener Gebiete, die gesetzlich den Status der Wechselgestalt verboten. In den gerichtlichen Unterlagen, die in noch älteren Sprachen abgefasst wurden, wurde dann der Begriff transgeneris verwendet. Diese Begriffe wurden genau wie viele andere von den Betroffen zurückangeeignet, in dem sie ihn zur Selbstbezeichnung machten. | ||
Mit | Mit dem [[Zug der Fürsten]] erhofften sich viele Wechselgestalten, die mitreisten, dass in ihrem künftigen Lebensraum Ausgrenzung und Verfolgung der Vergangenheit angehören würden. Jedoch reisten in einigen Köpfen die Vorbehalte und Vorurteile mit, sodass auch das [[Königreich Wehseland]] Probleme mit der Akzeptanz von transgeneris kennt. | ||
== Innere Angleichung des Geschlechts == | == Innere Angleichung des Geschlechts == | ||
Aktuelle Version vom 26. Juni 2024, 21:44 Uhr
Unter dem Begriff Wechselgestalt fallen sehr viele verschiedene Personengruppen zusammen, die sich teils mit sehr unterschiedlichen Namen bezeichnen. Teils synonym oder bedeutungsüberschneidend verwendet werden: Doppelseelen, Zwillingsherzen, vir transitus oder trans Mann, mulier transita oder trans Frau, transgeneris, transgeschlechtlich, trans Wesen, Wechselgeschlechtliche, transsexualis, intersexuell, generis fluidae und vieles mehr. Diese Begriffe vereinen diejingen Personen, deren Geschlechtsidentität oder Geschlechtsausdruck nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, und deren Geschlecht von den Normen der Gesellschaft derer abweicht, die sich mit dem Geschlecht identifiziert, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.
Geschichte der Wechselgestalten
Auch wenn es keine Historiographien oder andere Geschichtswerke gibt, die die Vergangenheit der Wechselgestalten erzählt, gibt es doch sehr viele Erwähnungen. Bereits in den ältesten Legen in der alten Heimat wird vom Drachentöter Tassilo oder der doppelseeligen Königin Edeborg von Neumagen erzählt, die keine Kinder gebären konnte, aber ihre drei Adoptivkinder zu großen Helden und Heldinnen erzog.
Die Bewertung der Wechselgestalten hängt bereits im Falle dieser uralten Geschichten von deren Herkunft an. Im Süden und Südwesten, den nordwestlichen Provinzen sowie im Zentrum des alten Reiches war die Haltung zu Wechselgestalten neutral bis positiv. Niemand störte sich daran und sie wurden ähnlich wie Gleichgeschlechtlich Liebende als Teil der natürlichen Vielfalt wahrgenommen. Im Osten und Norden gab es dagegen einige Grafschaften, in denen Ausgrenzung und Verfolgung dazu führte, dass Wechselgestalten entweder in andere Gebiete flohen oder ihre Natur verleugneten.
Tatsächlich stammt der Begriff Wechselgestalt aus den Gebieten der alten Heimat, in denen die Verfolgung sehr akkut war. Es waren die Fürsten und Fürstinnen jener Gebiete, die gesetzlich den Status der Wechselgestalt verboten. In den gerichtlichen Unterlagen, die in noch älteren Sprachen abgefasst wurden, wurde dann der Begriff transgeneris verwendet. Diese Begriffe wurden genau wie viele andere von den Betroffen zurückangeeignet, in dem sie ihn zur Selbstbezeichnung machten.
Mit dem Zug der Fürsten erhofften sich viele Wechselgestalten, die mitreisten, dass in ihrem künftigen Lebensraum Ausgrenzung und Verfolgung der Vergangenheit angehören würden. Jedoch reisten in einigen Köpfen die Vorbehalte und Vorurteile mit, sodass auch das Königreich Wehseland Probleme mit der Akzeptanz von transgeneris kennt.
Innere Angleichung des Geschlechts
Für viele Wechselgestalten ist es ein Prozess, sich mit einem anderen Geschlecht zu identifizieren als ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Es wird dabei von Angleichung gesprochen, da das Ziel darin besteht, den eigenen Körper oder die eigene soziale Rolle dem Empfinden anzupassen, welches oftmals seit der Kindheit existiert. Dieser Prozess ist selbst in wohlwollenden Umfeldern in vielerlei Hinsicht komplex, intensiv und anspruchsvoll. Dies gilt in aller Regel nicht nur für die betreffende Person, sondern oftmals auch für ihr Umfeld.
Es gibt große Unterschiede in der Beschreibung des Erlebens zwischen den betreffenden Personen, in ihrer Wahrnehmung und dem Umgang mit der Frage der Geschlechtsidentität. Gerade das Kleinvolk, das sich in diesen Fragen unsicher ist, wendet sich oftmals dem wehseländischen Klerus oder Erziehungspersonen zu, um diese Fragen zu klären. Im wehseländischen Pantheon ist vor allem die geschlechtslose Gottheit Xera eine Fürsprecherin der Wechselgestalten.
Nebst der Auseinandersetzung mit der Thematik der eigentlichen Identität stellen sich eine Vielfalt weiterer Fragen, die es sich für eine äußere Geschlechtsangleichungen zu bearbeiten lohnen. Dazu zählen beispielsweise das Ausmaß, inwiefern das neue Geschlecht von außen sichtbar sein soll, welche medizinischen Schritte dafür nötig und möglich wären, was für Auswirkungen die Kommunikation nach außen auf die Lebensführung haben wird?
Dieser Prozess benötigt oft Jahre, in denen sich nach und nach bestimmten Personengruppen anvertraut wird, zu denen die Person ein gutes Vertrauensverhältnis hat. Dies kann das familiäre Umfeld, Freunde und Freundinnen, der Klerus, oder auch Zunft- oder Gildengenossen und -genossinnen sein.
Es ist nicht in allen Gegenden davon auszugehen, dass mehr als die Begrifflichkeiten bekannt ist, aber in den meisten Dörfern und Städten gibt es Verlautbarungen, die trans Wesen aller Art helfen sollen, die eigene Identität finden und leben zu können. Diese basieren auf den Regelungen, die die königliche Gesetzessammlung für Wechselgestalten vorsieht.
Gesellschaftliche Geschlechtsangleichungen
Die gesellschaftliche oder auch äußere Geschlechtsangleichung bezeichnet den Prozess, die Identität, die die Person selbst für sich gefunden hat, nach außen zu vertreten. Dazu gehört oftmals, dass neue Pronomen gewünscht werden und dass ein neuer Name und eine neues Geschlechtsangehörigkeit beansprucht wird. In den meisten Umfeldern wird dies akzeptiert.
Kleidungstechnische und medizinische Möglichkeiten
Vielfalch geht die Angleichung des Geschlechts mit dem Wechsel der Kleidungsgewohnheiten einher. Viele Regionen kennen traditionell männliche und weibliche Kleidungsweisen. Auch die Pflege der Körper- und Gesichtsbehaarung unterscheidet sich in vielen Gebieten. Auch das Tragen von Schmuck und Schminke kann geschlechtlich kodiert sein. Häufig besteht bei Wechselgestalten ein intrinischer Wunsch nach bestimmten Elementen der äußeren Erscheinung, die einem Geschlecht zugewiesen werden. Teils werden diese Kategorien jedoch auch völlig abgelehnt. Und aus der Binarität dieser Traditionen erwächst ein zusätzliches Problem für all diejenigen, die sich als abseits der Kategorien männlich und weiblich sehen.
Daneben gibt es Möglichkeiten, die es Wesen erlauben, sich körperlich an das eigene Geschlecht anpassen zu lassen. Die Medizinische Fakultät der Universität zu Parlamon hat herausgefunden, dass die Körperflüssigkeiten mancher Tiere und die Säfte mancher Früchte dazu führen können, die Körper in ihrer Entwicklung zu beeinflussen. Hinzu kommen operative Methoden. All diese Eingriffe werden ausschließlich nach einer deutlichen Willensbekundung der Betroffenen vorgenommen.
Gesellschaftliche Rolle
Innerhalb der Gesellschaft gibt es im Wehseland nach wie vor Vorbehalte. Es gibt Leute, die es ablehnen, Beziehungen mit Wechselgestalten einzugehen. Es gibt Leute, die in ihren Zünften oder Gilden keine Wechselgestalten dulden. Die Liste der Benachteiligungen ist lang, aber seitens des Adels gibt es ernste Bemühungen, die Rechte der Wechselgestalten sicherzustellen. Dies hängt damit zusammen, dass sie traditionell wie gleichgeschlechtlich Liebende die Rolle von Adoptiveltern einnehmen. Außerdem wird ihre Arbeitsleistung als zu wertvoll erachtet, um sie zu übergehen. Entsprechend ergehen gegen Zunftmeister und -meisterinnen, die nachweislich Wechselgestalten ausgrenzen, heftige Strafzahlungen gemäß des geltenden Rechts.